Armee der Finsterniss
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Kreuzritter1142

Stufe: 24

Opfer: 12

Beute: 122.952 l Blut

 

Dies ist die meine Geschichte, die Geschichte von Kreuzritter1142.
Wir schreiben das Jahr 1151 nach Christi Geburt, 9 Jahre nach meiner Geburt.
Es ist ein kalter, nebliger Morgen Anfang November.
Ich stehe auf und verrichte meine Notdurft neben unserer Hütte, die wir am Schloss Bran, am Rande von Kronstadt in der Region Walachei, dem heutigen Rumänien bewohnen. Das Schloss in all seiner Größe, stand da, tausend Fuß hoch auf dem Gipfel eines steil ansteigenden Kegels, von den Bergen rundum durch tiefe Täler getrennt: ein wilder und unheimlicher Anblick.
Es ist so kalt, das auf den Blättern hier im Wald noch der Reif gefroren ist.
Ich sehe meinen Atem. Ich friere. Ich höre ein knacksendes Geräusch, als ich auf der Suche nach Brennholz bin. Immer und immer wieder. Ich drehe mich verzweifelt um, doch da ist nichts.
Ich habe Angst.
Ich laufe weiter, doch das Knacksen verfolgt mich. Ich laufe schneller, doch ich entkomme ihm nicht. Hin und wieder glaube ich so etwas wie einen Schatten zu erahnen, der von Baum zu Baum immer wieder verschwindet.
Ich rufe.
Stille.
Ich laufe weiter und komme bald auf eine kleine Lichtung.
Gerade als ich sie wieder verlassen will, trifft mich ein heftiger Schlag in den Rücken und ich fliege wie eine Puppe durch die Lüfte und lande hart am Fuße einer mächtigen Eiche.
Ich kann gerade noch ein zotteliges Wesen ausmachen, das sich auf mich zu bewegt, bevor mich die Dunkelheit empfängt.
Ich weiß nicht, wie lange ich ohnmächtig war, jedoch kann es nicht lange gewesen sein, denn ich was ich sehe, als ich die Augen wieder aufmache, lässt mich schlagartig den Schmerz in meinen Gliedmaßen vergessen. Eine unwirkliche Szenerie spielt sich vor meinem Augen ab.
Ein Wesen, welches abwechselnd auf allen Vieren kriecht und dann wiederum auf zwei Beinen läuft wird von einem Menschen angegriffen, der übermenschliche Kräfte zu haben scheint. Nicht nur, das er atemberaubend schnell zuschlägt, nein, er kann auch noch fliegen.
Der Kampf findet in totaler Stille statt, was die Szene noch unheimlicher macht. Ich bibbere vor Angst.
Doch da…. Das zottelige Wesen kippt zur Seite und rührt sich nicht mehr.
Dafür kommt der Mensch, oder was immer er auch sein mochte, auf mich zu. Ich schaue in glutrote Augen, bevor ich wieder ohnmächtig werde.
Als ich wieder zu mir komme, befinde ich mich in einem großen Bett in einem riesigen Saal. Ich glaube noch zu träumen. Ich versuche aufzustehen, doch meine Gliedmaßen wollen mir nicht gehorchen. Also sehe ich mich weiter um. Es ist das schönste Zimmer, was ich je gesehen habe. An den Wänden hängen schwere, kunstvoll gestickte, Wandvorhänge, der Raum ist beleuchtet von vielen, sehr vielen, Kerzen auf den verschiedensten Leuchtern. Im Raum scheint außer dem riesigen Bett, auf dem ich liege, nur noch ein ebenso riesiger Schrank und ein zugehöriger Tisch zu stehen. Verwundert lasse ich den Blick streifen.
Allmählich kommt der Schmerz zurück. Mein Rücken schmerzt und auch mein Hals fühlt sich leicht taub an. Ich taste danach und spüre verkrustetes Blut. Das Licht im Raum blendet mich, tut mir weh. Ich bedecke meine Augen mit meiner Hand. Ich stehe unter Schmerzen auf und wanke in den Schatten des großen Schrankes. Es ist Abend geworden und die letzten Strahlen der Sonne sind am verschwinden.
Als der letzte Strahl verschwunden ist, und sich die Dunkelheit im Zimmer ausbreitet, beginne ich das Zimmer zu erkunden. Ich schleiche langsam umher und taste nach den verschiedenen Dingen hier im Zimmer. Die Leuchter, die Kerzen, die Vorhänge, spüre die Teppiche unter meinen Füßen.
Und da – plötzlich geht die schwere Holztür auf. Ich bin erneut starr vor Angst. Ich will fliehen, doch irgendetwas hindert mich dran. Ein Gefühl überkommt mich, eines, das ich nicht ganz einordnen kann. Doch dann – tritt jemand aus dem Schatten des Ganges heraus…
Er ist kleine - kleiner, als ich ihn in Erinnerung hatte. Es ist das Wesen, das ich im Wald gesehen hatte - heute morgen erst. War es wirklich erst heute morgen?
Er hat einen Umhang an, einen schwarzen. Die Hose ist ebenso schwarz. Darüber eine Art Bluse, in weiß, und eine rote Schärpe trägt er um seine Hüften.
Er kommt auf mich zu und erstmals erkenne ich sein Gesicht. Es ist der Herrscher der Burg, in deren Schatten ich aufgewachsen bin. Es ist Vlad Tepes, der Fürst.
Er war nicht sehr groß, aber untersetzt und muskulös. Sein Auftreten wirkt kalt und hatte etwas Erschreckendes. Er hatte eine Adlernase, geblähte Nasenflügel, ein rötliches, mageres Gesicht, in dem die sehr langen Wimpern große, weit-offene, grüne Augen umschatteten; schwarze buschige Brauen gaben ihnen einen drohenden Ausdruck. Er trug einen Schnurrbart. Breit ausladende Schläfen ließen seinen Kopf noch wuchtiger erscheinen. Ein Stiernacken verband seinen Kopf, von dem schwarze gekräuselte Locken hingen, mit seinem breitschultrigen Körper.
Er hat einen Beinamen erhalten, als er zum Ritter des Drachenordens geschlagen wurde: Dracul.
Eben jener, der gegen die Türken bereits mehrfach auf dem Schlachtfeld gestanden hatte.
Und er schaut mich jetzt an. Er, der Fürst, mich, den Bauersjungen.
„Hab keine Angst. Wie heißt du, Junge?“
„Johnatan“ stottere ich.
„Nein“, sagt der Fürst. „ab jetzt heißt du Mephistophelis. Du wirst eines Tages, wenn ich nicht mehr bin, ein Fürst der Finsternis und wirst die Armee der Finsterniss anführen.“
„Herr“, sagte ich, „ich bin ein kleine Junge. Wie soll ich Euch richtig dienen können?“
„Mephistophelis, ich werde dich anleiten, dich unterrichten, dir den Kodex beibringen und dafür sorgen, das du eines Tages meinen Platz einnehmen kannst.“
Und so wurde ich sein Schüler.
Ich lernte viel, ich lernte schnell.
Ich lernte, wie man die Menschen, zu denen ich jetzt nicht mehr gehörte, zu seiner Nahrung macht, wie man seinen Blutdurst unter Kontrolle hält, das man ihnen nicht den letzten Tropfen aussaugen darf, um nicht zu verbrennen. Wann man sich im Schatten halten soll.
Und vor allem – wie man die teuflische Brut von Werwölfen bekämpft, deren Brut sich auf diesem Planeten ausbreitet, als wäre es der schwarze Tod.
Die Jahre gingen ins Land.
Ich wurde stark – schneller und stärker, als der Fürst zu denken gehofft hatte.
Eines Tages, ich glaube es war im Jahr 1485, kam mein Meister und Schöpfer zu mir und meinte, dass es jetzt an der Zeit wäre, die Karpaten zu verlassen und nach weiteren Geschöpfen zu suchen, die sich unserer Armee der Finsterniss anzuschließen würdig sind.
Also zog ich aus und wandelte durch die Lande. Ich wanderte von den Karpaten ausgehend in Richtung Westen und kam bald in Austria an. Dort verweilte ich einige Jahre und baute mir dort ein Schloss am Ufer des Inn, im Süden von den Kalkkögeln, im Norden vom Karwendelgebirge überragt.
Ich lernte einige Ritter kennen, mit denen ich gelegentlich in kleinere Schlachten zog. Jedoch war keiner dabei, den ich in die Geheimnisse meines Seins einweihen konnte.
Nach etlichen Jahren, die ins Land gezogen sind, beschloss ich, dass es an der Zeit ist, wieder auf die Reise zu gehen. Noch immer hatte ich das große Ziel vor Augen – die Armee der Finsterniss anzuführen, und sie so stark und mächtig zu machen, dass wir den Kampf gegen die lästige, von Tollwut befallene, Brut der Werwölfe aufnehmen und siegreich beenden können.
Ich reiste wiederrum gen Nordwesten und kam bald in Bavaria und Böhmen an, und reiste weiter in Richtung Norden, wo ich mich in der Nähe der Doppelstadt Cölln-Berlin niederlies. Hier gefiel es mir und ich begab mich in königlichen Dienst des dortigen Herrschers, des Fürsten Woldemar von Brandenburg.
Ich verrichtet Dienst als Schreiber, als Leibwache und als persönlicher Kurier des Fürsten.
Durch diese Tätigkeit, lernte ich ein wundersames Geschöpf kennen, welches mir vor Augen führte, was ich in meinem Leben bisher nicht erreicht hatte: Die Vermählung mit einer aufrichtigen Frau.
Wir verliebten uns und fanden Gefallen an einander. Doch, wie das Schicksal es so wollte, sollte mein Glück mit Elisabeth nicht von Dauer sein, da sie einem misslungenem Putschversuch seitens des Erzbischofs Otto von Magdeburg zum Opfer fiel.
Finstere Gedanken hüllten mich ein und ließen mich fast zu dem werden, was ich am meisten hasste: Einem Ungeheuer, das nur auf Vernichtung der Menschen aus ist. Ich raste in Wut und metzelte viele nieder.
Mein Schmerz war grausam.
Ich kehrte der Doppelstadt daher den Rücken gen Osten und reiste im Deutschen Reich umher.
Die Zeit war inzwischen vergangen und wir schrieben das Jahr 1890. Ich korrespondierte lange mit Otto von Bismarck, der sich gelegentlich Rat einholte, was die Aufstände in den verschiedenen Landesteilen betraf.
Als jedoch ein neuer Herrscher in der frühen Mitte dieses Jahrhunderts an die Macht kam, zog ich mich wieder zu meinen Ursprüngen zurück. Das Reisen ist im Laufe der Zeit natürlich sehr viel komfortabler geworden, sodass die Reise zurück in die Karpaten nicht einmal einen Bruchteil dessen dauerte, was die Abreise vor 400 Jahren der Fall gewesen war.
Dort verbrachte ich die Zeit, bis ich vor kurzem beschloss, nun endlich auf die Suche zu gehen, um meine Armee der Finsterniss endlich zu erwecken. Ich fuhr also in Richtung des heutigen Deutschland und siedelte mich im Süden des Landes an, am Ursprung des Flusses, der an meiner Heimat in den Karpaten vorbei floss – der Donau.
Ich behielt die Augen offen und durch verschiedene Zeichen wurde ich im Laufe der letzen Wochen und Monate auf einige Wesen aufmerksam die sich leicht surreal in der jetzigen Welt verhalten.
Ich beobachtete sie und behielt recht. Sie waren die ersten, die ich zu meinen Anhängern erwählte, um mit mir gegen die Wölfe, den blutrünstigen Wesen, aus den letzten Winkeln der Hölle zu kämpfen.
Ich trainierte sie, wie auch ich damals von meinem Meister trainiert wurde.
Unter ihnen befand sich auch eine Seelenverwandte, die sich beherzt mir anschloss und die ich zu meinem Weib und zu meiner rechten Hand erwählte.
Und nun kämpfen wir zusammen gegen die Brut und WIR WERDEN SIEGEN…